Was ist Vollentsalzung?
Zusätzlich werden neben den Kationen noch die Anionen gegen Hydroxid-Ionen (OH) ausgetauscht.
Dieses Harz kann miteinander vermischt werden, man spricht dann von einem Mischbett. Mischbett-Vollentsalzungsanlagen können in aller Regel nicht vor Ort regeneriert werden. Sie werden vorwiegend in Vollentsalzungspatronen im Tauschsystem geliefert. Das erschöpfte Harz wird dann werksseitig voneinander getrennt und mit den entsprechenden Reagenzien regeneriert, desinfiziert und anschließend wieder in die Patronen verfüllt. Bei Anlagen mit größerer Kapazität wird der Kationen- und Anionentauscher jeweils separat in einem Druckbehälter verfüllt. Das Wasser durchströmt dann nacheinander beide Tauschersäulen. Die Regeneration erfolgt vor Ort jeweils mit einer verdünnten Säure z.B. Salzsäure oder mit einer verdünnten Base z.B. Natronlauge. Als Polizeifilter kann nachfolgend noch eine Mischbettpatrone angeordnet werden. Bei diesem Verfahren werden erhöhte Sicherheitsanforderungen an das Bedienpersonal und die Sicherheitseinrichtungen gestellt.

Andere Verfahren um Reinwasser zu gewinnen sind das Destillieren und das Umkehrosmoseverfahren.
Warum Vollentsalzung?
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Dampferzeugung für Sterilisatoren
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Dampferzeugung für Heizzwecke und Bügelautomaten
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Spülwasser für Laborwaschmaschinen und Glasspülmaschinen
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Elektronikindustrie bei der Herstellung von Bauteilen
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Pharmaindustrie zur Herstellung von Medikamenten
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Kosmetikindustrie
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Ansetzwasser in der Galvanotechnik und Textilindustrie
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zur Herstellung von Papieren, Emulsionen und Filmen
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als Polierfilter hinter Umkehrosmoseanlagen und Ionenaustauschern
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Laboreinsatz
Begriffserklärung zur Berechnung von Vollentsalzungsanlagen
Die im folgenden dargestellte Abschätzung dient als Anhalt und kann die Berechnung durch den Anlagenbauer, der auch DIN-Normen und gesetzliche Regelungen beachten muss, nicht ersetzen. Insbesondere die Berechnung des Anionentauschers ist nicht trivial und kann nur unter Verwendung einer kompletten Wasseranalyse erfolgen.
Für eine erste Abschätzung der Anlagenkapazität benötigen Sie folgende Angaben:
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welche Kationenhärte habe ich?
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welche Anionenhärte habe ich?
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wie hoch ist mein maximaler Wasserverbrauch
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Welche Restleitfähigkeit benötige ich?
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Stoffmenge
ist die Menge eines Stoffes in einem Liter Wasser. Einheit: mg/ltr -
Äquivalentgewicht
Die Einheit für das Äquivalentgewicht, manchmal findet man auch Äquivalenzgewicht, ist val oder eq und bedeutet, dass das Molgewicht durch die Wertigkeit dividiert wird.

Natrium = einwertig = Na+ = 1 Mol/1 = 1 eq (oder 1 val)
Calcium = zweiwertig = Ca++ = 1 Mol/2 = 0,5 eq (oder 0,5 val)
Man benötigt für die gleiche Molmenge Calcium die doppelte Ionentauscherkapazität als für Natrium. Hat man das Molgewicht eines Stoffes kann man daher sehr einfach die Kapazität über die Wertigkeit berechnen.
Welche Vollentsalzungsanlage soll es denn sein?
Da hierbei viele Faktoren eine Rolle spielen, kann an dieser Stelle keine allgemeine Empfehlung abgegeben werden.
Falls erforderlich wird bei Unterschreiten eines bestimmten Leitwertes der Wasserzufluss gesperrt.
Bei einer Einzelanlage arbeitet die Entsalzungsanlage mit jeweils einer Kationen- und Anionentauschersäule. Während der Regeneration kann daher kein Reinwasser geliefert werden. Für viele Anwendungen sind Einzelanlagen vollkommen ausreichend.
Doppelanlagen oder Pendelanlagen sind im Prinzip zwei Einzelanlagen, die z.B. über eine entsprechende Steuerung zusammengeschaltet sind. Wegen der aufwendigen Steuerung, des hohen Platzbedarfes und der hohen Kosten, wird oftmals das Reinwasser in Vorratsbehältern gelagert und mittels einer Druckerhöhung zum Endverbraucher befördert. Man erkauft sich in diesem Fall den Vorteil mit dem Manko, dass Verkeimungen im Lagerbehälter entstehen können. Um dem entgegenzuwirken, installieren wir oftmals UV-Entkeimungsanlagen entweder im Tank oder nach dem Tank, gefolgt von einem Polierfilter im Mischbett oder "denglisch" Polisherfilter.
Eine konkrete Empfehlung kann erst nach Berechnung und Planung der Anlage erfolgen.
Was ist sonst noch beim Einsatz von Vollentsalzungen zu beachten?
1. Anlagendruck
Zum Ausspülen des Regenerates muss die Möglichkeit eines freien Ablaufes z.B. durch ein bodennahes Trichtersiphon möglich sein
Eine Neutralisation des Regenerates ist erforderlich.
Ein Rohrtrenner Einbauart 2 (Durchgangsstellung nur bei Wasserentnahme) ist bei Anschluss an die Trinkwasserleitung erforderlich. Rohrtrenner können nur bei konstanten Druckverhältnissen bei ausreichendem Netzdruck eingesetzt werden. Bei anderen Verhältnissen muss die Übergabe mittels einer Übergabestation und Druckerhöhung erfolgen.
Da als Regenerat sowohl Säure als auch Lauge eingesetzt und gelagert wird, müssen die Vorschriften im Umgang und Lagerung mit Säure beachtet werden. Eine Auffangwanne zur Aufnahme des Säurebehälters ist Vorschrift. Weiterhin sind Personenschutzvorschriften bezüglich Arbeitskleidung, Augendusche und Unfallverhütung etc zu beachten.
Insbesondere im Bereich der Reinstwasseraufbereitung muss auch das gesamte Rohrsystem und die wasserberührten Anlagenteile mit in die Planung einbezogen werden. Ungeeignete Materialien z.B. bei der Versorgungsleitung können die vorher gemachten Anstrengungen zunichte machen.
Der Temperaturbereich des Wassers spielt eine große Rolle: So steigt die Leitfähigkeit von vollentsalztem Wasser bei entsprechender Anlagenauslegung bei 10°C von etwa 0,024 µS/cm auf etwa das zehnfache auf 0,25 µS/cm bei 60°C und im Temperaturbereich zwischen 10°C und 20°C immerhin noch um das Doppelte. Dies ist im Hinblick auf oben angesprochene Speicherung im Vorratstank nicht unproblematisch. Deswegen benötigen wir neben einer kompletten Wasseranalyse auch die Arbeitstemperatur des Wassers, sowie die Raumtemperatur bei Verwendung eines Vorratstankes.
















